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Hyperhidrose-Therapie

Etwa 0,5 % der Bevölkerung sind von einer vermehrten Schweißbildung betroffen, deren häufigste Form als primäre idiopathische, fokale Hyperhidrose bezeichnet wird. Seltener ist die generalisierte sekundäre Hyperhidrose, die meist eine Systemerkrankung als Ursache hat (z. B. Schilddrüsendysfunktion, Diabetes mellitus, Tumoren oder Erkrankungen des Nervensystems).

Die Ursache für die Hyperhidrose ist eine Störung der sogenannten ekkrinen Schweißdrüsen (Glandulae sudofirae eccrinae), die für die Thermoregulation (Regulation der Körperwärme) des Körpers verantwortlich sind. Neben psychosozialen Problemen führt die vermehrte Schweißsekretion auch zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen durch Viren, Bakterien und Pilze.

Eine Form der Hyperhidrosebehandlung/ Hyperhidrose-Therapie ist die lokale Injektion von Botulinumtoxin (Botox). Botox ist ein natürliches Bakteriengift, das von dem Bakterium Clostridium botulinum produziert wird. Das Verfahren dient der Behandlung der Hyperhidrose, die durch eine störende vermehrte Schweißproduktion in der Achselhöhle, im Gesicht und an den Hand- und Fußflächen gekennzeichnet ist.

Das Verfahren

Die Hyperhidrosebehandlung mit Botox dient ausschließlich der Behandlung der primären Hyperhidrose. Aus diesem Grund sollte zunächst eine sekundäre Hyperhidrose ausgeschlossen werden.

Das Botox wird im betroffenen Bereich intrakutan (in die Haut) im Abstand von 1-2 cm injiziert, sodass es zu einer Quaddelbildung kommt. An den Fuß- und Handflächen ist eine vorherige örtliche Betäubung notwendig, da die Behandlung sonst sehr schmerzhaft ist. Die Wirkung des Botox setzt an den cholinergen Nerven an, die die Schweißdrüsen versorgen indem es die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin verhindert. Die Wirkung hält ca. 4-6 Monate an und kann beliebig oft wiederholt werden. Trotz mehrfacher Anwendung konnte gezeigt werden, dass keine gehäuften Nebenwirkungen auftreten.

Neben der Therapie mit Botox stehen eine Reihe anderer Therapiemaßnahmen zur Verfügung, die zum Teil allerdings mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein können:

  • Autogenes Training
  • Akupunktur
  • Salbeiextrakte (Tabletten, Tee)
  • Antiperspiranzien: Lokale Anwendung von Aldehyden oder Aluminiumhydrochlorid, die eine Wirkung auf die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen haben und die Schweißsekretion hemmen.
  • Iontophorese: Das Anlegen eines schwachen elektrischen Gleitstromes an ein Salzbad, dessen Ionen eine verstopfende Wirkung auf die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen haben können.
  • Anticholinerge Medikamente: Sie bewirken eine systemische Blockade der cholinergen Innervation, d. h. eine Hemmung der Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin.
    Nebenwirkungen: Akkomodationsstörungen (Anpassungsvermögen des Auges an die äußeren Bedingungen), Mundtrockenheit, Tachykardien (Herzrasen), Miktionsstörungen (Blasenentleerungstörung), Konzentrationsstörungen
  • Tranquilizer: Psychopharmaka, die beruhigend bzw. entspannend wirken werden angewendet, wenn das Schwitzen eine Folge von Angstreaktionen ist.
  • Operative Therapie: Exzision des betroffenen Gewebes (z. B. bei therapieresistenter axillärer Hyperhidrose) oder Sympathektomie (Durchtrennung der Grenzstrangganglien und damit Unterbrechung der versorgenden Nervenbahnen)

Ihr Nutzen

Die Hyperhidrosebehandlung mit Botox ist eine sinnvolle medizinische Therapie, da eine vermehrte Schweißproduktion vor allem das soziale Leben des Patienten erheblich beeinträchtigen kann.