Deutlich erhöhtes Melanomrisiko durch Solarien

Ein regelmäßiger Besuch von Sonnenbänken ist für die Hautgesundheit bekanntermaßen risikobehaftet. Eine aktuelle US-amerikanische Studie liefert erneut wichtige Hinweise auf ein entsprechend erhöhtes Hautkrebsrisiko.

Im Rahmen der Untersuchungen wurden die Daten von 110 Patienten analysiert, die zwischen den Jahren 1996 und 2019 aufgrund mehrerer primärer Melanome behandelt worden waren. Diese Analysen wurden mit den Daten von 220 Patienten verglichen, die bis zu diesem Zeitraum aufgrund „nur“ eines Melanoms therapiert wurden.

Fokussierten sich die Wissenschaftler auf die Frage der Häufigkeit eines Solariums-Besuches, so stellten sie fest, dass etwa 33 % derjenigen Studienteilnehmer, die bereits aufgrund mehrerer Hauttumore in Behandlung waren, häufiger als zehnmal Solarien besucht hatten, während es bei den Betroffenen eines Primärmelanoms lediglich 10 % waren.

Um genauere Werte zu erhalten, die Auskunft über das gesundheitliche Risiko von Sonnenbänken geben, wurden die übrigen Risikofaktoren wie Alter, familiäre Vorbelastung, Sonnenbäder im Freien oder das Vorhandensein untypischer Muttermale bewertet und in die Berechnung einbezogen. Im Ergebnis zeigte sich, dass das Risiko für die Ausbildung mehrerer Melanome bei über zehn Solarien-Besuchen um das Vierfache erhöht war.

Sicherlich müssten weitere Studien klären, ob das Klientel von Solarien nicht grundsätzlich auch zu den Sonnenanbetern gehörten und sich entsprechend zuvor bereits häufiger im Freien Sonnenbrände zugezogen hatten. Dennoch weisen die Studienverantwortlichen darauf hin, dass sich Risikopatienten bezüglich der (künstlichen) Sonnenbräunung zurückhalten und grundsätzlich auf ausreichenden Sonnenschutz achten sollten.

Ihr Team von Dr. Pontasch

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Karapetyan, L. et al.
Indoor tanning exposure in association with multiple primary melanoma
ACS Journals 11/2020